REMO LÜTOLF

 

Home
News
Portrait
Fotos
Sponsoren
Links

© by MAGICPBK

All rights reserved!

+++ News +++ News +++

08.10.2006 Liebe .......

Ich habe vor gut zwei Wochen meinen Rücktritt vom Wettkampfsport gegeben. Vielleicht sind einige überrascht über diese Entscheidung, weil ich im Vorfeld kaum Andeutungen in diese Richtung gemacht habe. Das war ganz bewusst. Denn ich wollte diese Entscheidung für mich ganz alleine fällen und von niemandem, weder in die eine noch in die andere Richtung, beeinflusst werden. Ich habe es mir nicht einfach gemacht, denn dafür hat mir das Schwimmen in den letzten Jahren zuviel gegeben, als dass ich meine Karriere jetzt vorschnell und unüberlegt beenden könnte. Bereits seit etwa ein, zwei Jahren ist diese Entscheidung herangereift.

Nach den olympischen Spielen 2004 in Athen verschob ich meine Prioritäten in Richtung Studium. Ich trainierte nur noch fünf bis sechs mal die Woche und merkte, wie meine Konkurrenzfähigkeit langsam aber stetig zurückging. Ich bin stets ins Becken gesprungen um zu gewinnen. Mit meinem reduzierten Trainingspensum wurde das aber immer schwieriger und mir war klar, dass ich schon sehr bald nur noch an internationalen Meisterschaften schwimmen kann um dabei zu sein und eben nicht mehr um zu gewinnen. Und das ist mir ganz einfach zu wenig. Dafür reicht meine Motivation nicht mehr aus.

Ich bin mir sehr sicher, dass ich die für mich richtige Entscheidung getroffen habe, auch wenn Abschiede natürlich immer auch ein wenig traurig sind. Ich bin sehr dankbar für Alles was ich in den letzten 17 Jahren durch das Schwimmen erleben durfte. Es waren sehr viele schöne Momente, aber auch viele schwierige oder schlechte. Trotzdem möchte ich keinen einzigen missen. Ich habe immer versucht, aus den Erfahrungen die ich im Schwimmen gemacht habe zu lernen, daran zu wachsen und hoffe, dass ich davon auch in Zukunft profitieren kann.

An dieser Stelle möchte ich aber vor allem allen Menschen danken, die mich während dieser 17 Jahren in irgendeiner Form unterstützt oder begleitet haben. In erster Linie natürlich meinen Eltern, ohne die ich nie so weit gekommen wäre! Aber auch meinen beiden Clubs, Widnau und Uster-Wallisellen, verdanke ich viel. Aber was wäre ein Athlet ohne Trainer? Nicht viel. Vielen Dank Gerard und Stefan! Ein Dankeschön haben aber auch all meine Trainingsgschpänli verdient, die sich in einigen Trainings mein Gejammer anhören mussten.

Es gibt noch viele andere, die mir auf meinem Weg zur Seite standen, mir halfen oder mich begleiteten. Jene die ich meine werden es bestimmt wissen, vielen Dank auch an Euch!

Jetzt bin ich bereit für einen neuen Lebensabschnitt. Ich bin gespannt, was die Zukunft für mich bereit hält, und wenn meine nächsten 17 Jahre nur ähnlich erfolgreich werden wie die letzten, dann bin ich schon sehr zufrieden!

Remo Lütolf


25.09.2006 Remo Lütolf tritt zurück

(Si) Mit Remo Lütolf hat ein Aushängeschild des Schweizer Schwimmsports seinen Rücktritt erklärt. Der 26-jährige St. Galler Rheintaler ist nicht mehr motiviert genug, den grossen Aufwand eines Spitzensportlers auf sich zu nehmen.

Bereits an den Europameisterschaften Anfang August in Budapest, als Lütolf über 50 m Brust als 17. bereits in den Vorläufen ausgeschieden war, deutete er ein mögliches Karriereende an. Mit dem frühzeitigen Scheitern hat der Rücktritt allerdings nichts zu tun, er ist reiflich gewachsen. "Ich habe es mir nicht einfach gemacht", erklärte der Brustspezialist. Dadurch sei er sich nun aber sehr sicher, dass es für ihn der richtige Entscheid sei.

Lütolf hatte bereits vor zwei Jahren seine Prioriäten in Richtung Studium verlegt, welches er im nächsten Sommer abschliessen wird -- er studiert an der Fachhochschule Winterthur Journalismus und Organisationskommunikation. "Daneben bin ich so gut als möglich geschwommen", sagte Lütolf. Nun habe er realisiert, dass er mit dem reduzierten Training seinen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden könne. "Ich schwimme, um zu gewinnen, und das kann ich nicht mehr. Nur zum Mitmachen reicht die Motivation nicht aus."

Insbesondere über 100 m Brust konnte Lütolf zuletzt seine Leistung nicht mehr abrufen. 50 m ist an den Olympischen Spielen 2008 in Peking allerdings nicht im Programm, so dass eine dritte Teilnahme nur mit einem Effort zu realisieren gewesen wäre. "Ich hätte meine Prioritäten wieder verschieben müssen, und das wollte ich nicht", so der Athlet des SC Uster-Wallisellen. Die Langbahn-WM im kommenden März in Melbourne dagegen wäre er gerne noch geschwommen. Allerdings hätte er mit einer Teilnahme vier von 16 Wochen des letzten Semesters verpasst und somit das Studium gefährdet.

Mit ein Grund für den Rücktritt ist auch eine gewisse Sättigung. Lütolf nahm bei der Elite an 7 Welt- und 15 Europameisterschaften (Kurz- und Langbahn) teil. Er ist einer der erfolgreichsten Schweizer Schwimmer. International sorgte er erstmals 1996 für Furore, als er an den Junioren-EM in Kopenhagen über 100 m Brust Gold gewann. Auch bei den Erwachsenen stand er einmal auf dem WM- (Dritter) und dreimal auf dem EM-Podest (einmal Zweiter und zweimal Dritter), wobei mit Ausnahme der EM in Helsinki im Jahr 2000 (Bronze) jeweils im 25-m-Becken. Als grössten Erfolg bezeichnete er allerdings den 8. Rang über 100 m Brust an den Olympischen Spielen in Sydney.

Auf nationaler Ebene sicherte sich Lütolf im Einzel 25 Titel, den ersten 1995 im Alter von 15 Jahren. Er ist zudem sowohl auf der Lang- als auch auf der Kurzbahn Schweizer Rekordhalter über 50 und 100 m Brust.

Lütolf betonte zwar, dass man nie nie sagen soll, er beabsichtigt jedoch auch national keine Wettkämpfe mehr zu bestreiten. Wenn er etwas mache, dann richtig, begründete Lütolf. Ein- bis zweimal pro Woche will er aber noch ins Wasser steigen. Es gelte, sich nun daran zu gewöhnen, nicht mehr ins Training zu müssen. Beruflich weiss er noch nicht, wie es nach dem Studium weitergeht. Nach Möglichkeit will er im Bereich Kommunikation arbeiten.


06.08.2006 Dürftige Schweizer Bilanz -- Verband mit interessantem Projekt

(Si) Auch am Wochenende gelang an den Langbahn-EM in Budapest keinem Schweizer ein Exploit. Für Karel Novy (50 m Crawl), Flavia Rigamonti (400 m Crawl) und Stephan Bachmann (400 m Lagen) bedeuteten allesamt die Vorläufe Endstation.

Die Bilanz der neunköpfigen Schweizer Delegation fällt mit einem Final (Rigamonti), vier Halbfinals (zweimal Dominik Meichtry, Flori Lang, Novy) und einem nationalen Rekord durch die 4x100-m-Crawlstaffel mehr als dürftig aus. Besonders bedenklich ist allerdings, dass mit Ausnahme von EM-Neuling Alessandro Gaffuri, der nur in der Staffel zum Einsatz kam, alle das Ziel des Verbandes verpassten, nämlich die persönliche Bestzeit zu verbessern. Die meisten blieben sogar klar darüber.

Immerhin wuchs die Delegation für die Weltmeisterschaften im kommenden März in Melbourne auf sieben Athleten an; bislang war einzig Damien Courtois (50 Delfin) qualifiziert gewesen. Das Ticket lösten Rigamonti (400, 800 m Crawl), Novy (100 m Crawl), Meichtry (100, 200 m Crawl), Lang (50 m Rücken) und Remo Lütolf (50 m Brust). Zudem schaffte auch eine 4x100-m-Crawlstaffel den Sprung nach Australien, sodass zu den genannten noch einer dazu kommt -- nach derzeitigem Stand Gaffuri.

"Die Leistungen waren zwischen stabil und schlecht", nahm Trainer Gerard Moerland gegenüber seinen Schützlingen vom SC Uster-Wallisellen kein Blatt vor den Mund. Ausser Rigamonti gebe es niemanden in der Schweiz, der mit einer durchschnittlichen Leistung etwas erreichen könne. Dies ist in der Tat so: Nur schon um eine Runde weiterzukommen, müssen die Schweizer zumindest nahe an ihr Optimum schwimmen.

National Spass, international Druck

Der zweite Trainer Guennadi Touretski, der die übrigen Athleten betreute, brachte eine andere Problematik auf den Punkt. National hätten sie Spass, weil sie jemand seien. International dagegen würden sie Druck verspüren, sagte der ehemalige Trainer des russischen Zaren Alexander Popow. Es sei nicht einfach, wenn ein Schweizer Meister nicht in die Halbfinals komme.

Gerade bei den EM-Neulingen Dimitri Waeber und Stephan Bachmann (bislang nur in der Staffel dabei) war dies zu beobachten, die mit der neuen Situation (vorerst) nicht zu recht kamen. Eine weitere Tatsache ist, dass die Schweizer gegenüber den internationalen Topnationen schlichtweg weniger trainieren, und zwar deutlich. Überdies fehlt es zum Teil auch an der für Spitzensport nötigen Einstellung; ein hier zu Lande bekanntes Phänomen.

Es wäre nun allerdings falsch, alles schwarz zu sehen. Rigamontis Leistung über 800 m Crawl beispielsweise geht absolut in Ordnung. Während andere in dieser Disziplin gehen und kommen, gehört die in Dallas studierende Tessinerin seit zehn Jahren zur absoluten Spitze. Auch der 9. Rang von Lang über 50 m Rücken war gut -- er verpasste den Final lediglich um drei Hundertstel. Und in der Königsdisziplin 100 m Crawl standen mit Novy und Meichtry zwei Schweizer in den Halbfinals.

Insgesamt war es allerdings deutlich zu wenig, da lässt sich nicht wegdiskutieren. Beunruhigend ist zudem, dass die "relevanten" Bestzeiten der arriviertesten Schweizer wie Rigamonti, Novy und Lütolf praktisch durchwegs aus dem Olympiajahr 2000 stammen. "Auch wenn wir mehr erwartet haben, werden wir alles unternehmen, um unseren Weg weiterzugehen", sagte Leistungssportchef Pierre-André Weber.

Der Verband investiert einiges, um die Zukunft rosiger zu gestalten. So sollen bis zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking sechs Höhentrainingslager à je drei Wochen durchgeführt werden -- wobei jedes Lager je zur Hälfte in Davos und Fontromeu, einem Ort in den französischen Pyrenäen, über die Bühne gehen soll. Letzte Details sind in Abklärungen; das erste ist für Oktober vorgesehen. Ein wichtiges Ziel dieses Projekts ist auch, dass verschiedene Vereinstrainer in den Lagern zusammenarbeiten und so gegenseitig voneinander profitieren.


04.08.2006 Lütolf fehlte ein Hundertstel zum Halbfinal

(Si) Sowohl Remo Lütolf (50 m Brust) als auch Carla Stampfli (50 m Rücken) schieden an den Langbahn-EM in Budapest in den Vorläufen aus. Der St. Galler Rheintaler sicherte sich immerhin das WM-Ticket für Melbourne 2007.

Lütolfs Ausscheiden war einfach nur Pech: Der EM-Dritte von 2000 verpasste die Halbfinals als 17. um ein Hundertstel. Dabei war seine Leistung von 28,37 Sekunden für den Morgen gar nicht einmal schlecht. "19 von 20 Mal reicht diese Zeit zum Weiterkommen, heute war wohl das 20. Mal", sagte Lütolf. Er hätte nach seinem Rennen schon eine 20er-Note darauf gewettet, dass er die nächste Runde erreichen würde. Sogar an einer WM genüge diese Zeit normalerweise.

Der 26-jährige Lütolf scheiterte bei seiner fünften EM-Teilnahme auf dieser Strecke im 50-m-Becken zum ersten Mal in den Vorläufen. "Ich bin sicher nicht ganz so aggressiv wie in einem perfekten Rennen geschwommen. Und die ersten zwei Beinschläge waren nicht sauber", erklärte der Athlet des SC Uster-Wallisellen. Er sei sich aber keiner grossen Fehler bewusst. Deshalb will er den Kopf auch nicht in den Sand stecken. Er weiss, dass sich die Situation in dieser Disziplin schnell wieder ändern kann.

Gut erholt

Lütolf suchte denn auch nicht nach Ausreden, obwohl seine Vorbereitung sicher nicht ideal war. Zwei Wochen vor seinem EM-Start absolvierte er noch letzte Semesterprüfungen an der Fachhochschule Winterthur, wo er Journalismus und Kommunikation studiert. Diese dauerten eine ganze Woche.

"Ich konnte mich sehr gut erholen", sagte Lütolf in Budapest. Er sei ein- bis zweimal pro Tag schwimmen gegangen, ansonsten habe er sich im Hotelzimmer ausgeruht. Es habe ihn selber erstaunt, dass es ihm nicht langweilig geworden sei, erzählte er mit einem Lächeln. "Beim Einschwimmen fühlte ich mich super. Deshalb dachte ich, dass es gut kommt." Es sollte scheinbar einfach nicht sein.

Die WM-Limite unterbot Lütolf um 42 Hundertstel. Er ist der siebente Schweizer, der für Australien qualifiziert ist. Allerdings ist er noch nicht ganz sicher, ob er im kommenden März starten wird. Er muss zuerst abklären, wie sich eine Teilnahme mit dem Studium vereinbaren lässt. "Zuerst werde ich einmal eine Trainingspause einlegen", so Lütolf.

Auch für Carla Stampfli, die zuletzt wegen Schulterproblemen nicht wie gewünscht trainieren konnte, sind die Europameisterschaften zu Ende. Wie bereits über 50 m Delfin war die in Mailand studierende Solothurnerin auch über 50 m Rücken chancenlos. Mit 30,24 Sekunden klassierte sie sich im 22. Schlussrang. Um den Sprung unter die besten 16 zu schaffen, hätte sie ihre Bestzeit von 29,98 um neun Hundertstel unterbieten müssen. "Beim Hineinspringen ins Wasser und kurz nach dem Anschlag hatte ich ein komisches Gefühl in der Schulter. Während dem Rennen zum Glück nicht", sagte Stampfli.


27.07.2006 Kleine, aber feine EM-Delegation

(Si) Mit einer gegenüber 2004 halb so grossen Delegation von neun Athleten nimmt der Schweizer Verband am Montag die Europameisterschaften im 50-m-Becken in Budapest in Angriff. Die Aussichten sind dennoch besser als vor zwei Jahren.

Kein nationaler Rekord und nur gerade drei Finalplätze -- das war die dürfige Bilanz des Schweizer Teams vor zwei Jahren in Madrid. Damals genossen allerdings ganz klar die Olympischen Spiele in Athen Priorität. Heuer sind die Europameisterschaften im erneuerten "Alfred Hajos Swimming Complex" auf der Margareteninsel der Saisonhöhepunkt. Zudem geht es für die Schweizer bereits um die Qualifikation für die WM 2007 in Melbourne (18. März bis 1. April). Als Zielsetzung gab der Verband heraus, dass die Athleten ihre Bestzeit unterbieten.

Die grössten Schweizer Hoffnungen ruhen einmal mehr auf der in Dallas studierenden Flavia Rigamonti. Die 25-jährige Tessinerin strebt über 800 m Crawl die zweite EM-Medaille auf der Langbahn an, nachdem sie vor sechs Jahren in Helsinki den Titel gewonnen hatte. Gold dürfte allerdings für die derzeit überragende Französin Laure Manaudou reserviert sein, dahinter ist für "Flav" alles möglich.

Im Jahres-Ranking liegt Rigamonti mit einer Zeit von 8:38,88 -- ihre Bestmarke aus dem Jahr 2000 steht bei 8:25,91 -- auf Rang 17, wobei sechs Europäerinnen (je drei Britinnen und Französinnen) vor ihr klassiert sind. Auf die Ziele angesprochen, gibt sich die zweifache WM-Zweite über 1500 m Crawl (2001 und 2005) gewohnt bedeckt: "Es war eine durchschnittliche Saison, und ich will sie etwas besser beenden." Rigamonti bereitet sich seit dem 11. Juli mit ihrem Trainer Steve Collins und weiteren Schwimmerinnen in einem Trainingscamp in Slowenien intensiv auf die EM vor.

Der Nationalmannschafts-Captain Karel Novy bestreitet in der ungarischen Hauptstadt seinen ersten "grossen" Wettkampf als Profisportler; seit März wird er vom Verband im Rahmen eines Athleten-Förderungsprojekts unterstützt. Dadurch musste er neben dem Chemie-Studium, das er in der vergangenen Woche mit Ausnahme einer dreimonatigen Diplomarbeit abgeschlossen hat, nicht mehr arbeiten. "Das macht psychologisch extrem viel aus", sagte der 26-jährige Romand. Er habe nun viel mehr Zeit für die Erholung, fühle sich frei.

Novy, der 2004 den 5. EM-Rang belegte, will in Budapest in der Königsdisziplin über 100 m Crawl erneut in den Final vorstossen und damit dem Verband etwas zurückzahlen. "Offiziell gibt es keine Erwartungen an mich für die EM, denn der entwickelte Leistungsplan gilt erst für die WM 2007", erklärte Novy. Er spüre jedoch schon die Verantwortung, die er nun habe. Sein Fahrplan stimmt jedenfalls: An den nationalen Meisterschaften Mitte Mai in Genf schwamm er die 100 m in 49,87, womit er erstmals seit 2000 in der Schweiz in einem 50-m-Becken unter 50 Sekunden blieb.

Auch Dominik Meichtry gehört insbesondere über 200 m Crawl zu den Anwärtern auf eine Spitzenklassierung. Der in St. Gallen geborene 21-Jährige, der noch nie in der Schweiz wohnte und derzeit an der Universität in Berkeley, Kalifornien, studiert, hat an den Olympischen Spielen in Athen im starken 200er-Feld den ausgezeichneten 14. Rang erreicht.

Die kontinentalen Titelkämpfe bezeichnet er allerdings ganz klar als Zwischenstation für Peking 2008. "Budapest ist nicht wahnsinnig wichtig", so Meichtry. Er arbeitet in Berkeley immer noch an der Technik. Die vorgenommenen Anpassungen will er an der EM umsetzen, "dann ist der Wettkampf gelungen." Als realistisch im 200-m-Rennen stuft er die Halbfinals der besten 16 ein. Meichtry hat sich seit Anfang Juni mit einem kleinen Team von der Universität während sechs Wochen in Kroatien vorbereitet. Er bestritt dabei sehr viele Wettkämpfe. Er sei sehr konstant geschwommen, das gebe ihm Zuversicht. In der vergangenen Woche stiess er dann zum Schweizer Team, das sich in Tenero den letzten Schliff holte.

Mit Brust-Spezialist Remo Lütolf ist ebenfalls zu rechnen, obwohl er seit zwei Jahren nur noch reduziert trainiert. Allerdings gehört über 50 m auch etwas Glück dazu. Der 26-jährige St. Galler Rheintaler schaffte an den Langbahn-EM auf der Sprintstrecke schon dreimal den Einzug in den Final; vor sechs Jahren gewann er Bronze, 2004 verpasste er die Medaille als Vierter um zwölf Hundertstel. Mit dem Training ist Lütolf zufrieden, weil er jedoch in der letzten Woche Semesterprüfungen absolvieren musste, fühlte er sich danach etwas leer. Bis zu seinem Start am kommenden Freitag ist darum die Erholung ein zentraler Aspekt. Zudem muss er noch an der Spritzigkeit und dem Beingefühl arbeiten.

Ihr Debüt an Elite-EM geben Alessandro Gaffuri, der nur in der mit grossen Ambitionen an den Start gehenden 4x100-m-Staffel zum Zug kommt, und Dimitri Waeber (200 m Brust). Die Schweizer Schwimmer dürfen nur in denjenigen Disziplinen teilnehmen, in denen sie die EM-Limite unterboten haben. "Hundertprozentige Fokussierung auf den Haupteinsatz", lautet die Maxime des Verbandes.


21.05.2006 Neuner-Delegation für EM in Budapest

(Si) Nach den Schweizer Meisterschaften in Genf sind zwei Frauen und sieben Männer für die EM in Budapest (31. Juli - 6. August) qualifiziert. Am Sonntag sorgte der Zürcher Stephan Bachmann über 200 m Lagen für den einzigen Landesrekord im Hallenbad "Les Vernets".

Nebst den arrivierten Schwimmern Flavia Rigamonti, Karel Novy, Dominik Meichtry, Remo Lütolf, Flori Lang und Carla Stampfli hat ein Trio das erste Mal ein Ticket für einen internationalen Grossanlass im 50-m-Becken gelöst: Dimitri Waeber (über 200 m Brust), Stephan Bachmann (über 200 und 400 m Lagen) sowie Crawlsprinter Alessandro Gaffuri.

Letzterer hat als einziger der bisher neun Selektionierten keine Einzellimite erfüllt, er wird aber als viertes Mitglied der 4x100-m-Crawlstaffel (mit Novy, Meichtry, Lang) mitgenommen. Bis am 4. Juni, wenn die zweite Qualifikationsphase endet, könnte die Neuner-Delegation von Swiss Swimming noch Zuwachs erhalten.


Überraschungsmann Bachmann

Erfolgreichste Athletin an den vier Wettkampftagen in Genf war Carla Stampfli, die seit zwei Jahren in Mailand trainiert und lebt. Die 22-jährige Solothurnerin sicherte sich viermal SM-Gold (50, 100 m Rücken und Delfin). Je drei Einzeltitel holten sich Flavia Rigamonti, Karel Novy sowie der aufstrebende Aargauer David Karasek. Flori Lang sicherte sich dank den 25,91 im Final über 50 m Rücken die 1500 Franken Preisgeld für die beste Leistung der Titelkämpfe.

Für die grösste Überraschung in Genf war Stephan Bachmann besorgt. Am Samstag unterbot der 22-jährige Zürcher in 4:27,48 die EM-Limite über 400 m Lagen um elf Hundertstel, tags darauf gelang ihm über die halbe Strecke gleich ein zweiter Exploit. In 2:04,21 sicherte sich Bachmann nicht nur eine zweite Startgelegenheit für Budapest, sondern er verbesserte auch gleich den letztjährigen Schweizer Rekord von Jonathan Massacand um 0,49 Sekunden.

Rigamonti und Novy problemlos

Flavia Rigamonti hatte am Donnerstag über 400 m Crawl überraschend die EM-Limite verpasst (Jetlag). Zwei Tage später auf ihrer Paradestrecke 800 m war die 24-jährige Tessinerin nie gefährdet, dass ihr gleiches widerfahren sollte. Die Zeit von 8:38,88, 13 Sekunden über ihrem Landesrekord, war allerdings durchschnittlich. Doch Flavia Rigamonti war dennoch zufrieden: "Ich habe mich von Anfang an gut gefühlt, nicht so wie über 400 m. Über diese Distanz werde ich nun in zwei Wochen an einem Meeting in Dallas nochmals versuchen, mich zu qualifizieren."

Ebenso problemlos schaffte Karel Novy die EM-Teilnahme. Seine Zeit von 49,87 über 100 m Crawl war eines der wenigen Glanzlichter in Genf. "Ich bin über meine so gute Zeit sehr überrascht. Nachdem ich am Donnerstag über 50 Meter Delfin die Limite knapp verpasst hatte, war ich vor dem Start doch recht nervös", sagte Novy, der seinen bereits sechsjährigen Landesrekord um weniger als drei Zehntel verpasste. Mit 50,02 im Final sowie der zweiten Limite über 50 m Crawl lieferte der 25-jährige Waadtländer gleich weitere Bestätigungen seiner guten Form ab.

Novy ist seit gut einem Monat vom Schweizer Schwimmverband, dem Swiss Swimming unterstellt ist, in ein Pilotprojekt eingebunden. Er hat mit dem Verband einen Vertrag, der ihm bis Olympia 2008 in Peking genügend Geld garantiert, um sich nach Abschluss seines Chemiestudiums im Dezember ausschliesslich auf den Sport konzentrieren zu können.

Bei Novy scheint sich diese Unterstützung nun schon kurzfristig auszuzahlen. Nach zwei Saisons, in welchen sich seine Motivation nicht auf dem Top-Level befand, schwamm der Westschweizer an den SM in Genf wieder nahe in den Bereich seiner persönlichen Bestzeiten: "Ich schätze die Anerkennung und auch die zusätzliche Verantwortung, die sich durch den Vertrag mit dem Verband ergibt." Mit dem talentierten Crawlsprinter, der vor zwei Jahren in Madrid als EM-Fünfter über 100 m Bronze nur um einen Zehntel verpasst hatte, wird schon in Budapest wieder zu rechnen sein.


20.05.2006 Auch Rigamonti, Bachmann, Lütolf und Novy an die EM

(Si) Mit Flavia Rigamonti (über 800 m Crawl), Stephan Bachmann (400 m Lagen), Remo Lütolf (50 m Brust) und Karel Novy (100 m Crawl) wuchs die Delegation von Swiss Swimming für die Langbahn-EM in Budapest (31. Juli - 6. August) auf acht Athleten an.

Karel Novys Zeit von 49,87 über 100 m Crawl war die bisher klar stärkste Leistung der Titelkämpfe in Genf. Der Waadtländer unterbot am dritten SM-Tag die EM-Limite gleich um mehr als eine Sekunde. "Ich bin über meine so gute Zeit sehr überrascht. Nachdem ich am Donnerstag über 50 Meter Delfin die Limite verpasst hatte, war ich heute vor dem Rennen doch recht nervös", sagte Novy nach dem Vorlauf. Seinen bereits sechsjährigen Landesrekord verpasste er um weniger als drei Zehntel. Mit 50,02 im Final bestätigte Novy auch am Abend, dass er sich für Budapest auf einem guten Weg befindet.

Flavia Rigamonti hatte am Donnerstag über 400 m Crawl überraschend die EM-Limite verpasst. Zwei Tage später auf ihrer Paradestrecke 800 m war die 24-jährige Tessinerin nie gefährdet, dass ihr gleiches widerfahren sollte. Die Zeit von 8:38,88, gleich 13 Sekunden über ihrem Landesrekord, war allerdings durchschnittlich. Doch Flavia Rigamonti war dennoch zufrieden: "Ich habe mich von Anfang an gut gefühlt, nicht so wie über 400 m. Über diese Distanz werde ich in zwei Wochen an einem Meeting in Dallas nochmals versuchen, mich zu qualifizieren."

Die Überraschung des Tages gelang Stephan Bachmann, der über 400 m Lagen in 4:27,48 elf Hundertstel schneller war als für die EM gefordert. Er selber habe zwar auf einen Exploit gehofft, aber nicht unbedingt daran geglaubt, so der 22-jährige Zürcher. "Ich habe schon viele Male versucht, die Einzellimite für einen Grossanlass zu erbringen. Gelungen ist es mir aber noch nie." An den EM 2004 in Madrid war Bachmann zwar mit von der Partie, aber nur als Staffelschwimmer über 4x200 m.

Remo Lütolf (26) blieb am Morgen in 28,80 um knapp zwei Zehntel unter dem für Budapest geforderten Richtwert. "Es war kein gutes Rennen. Ich bin schlecht gestartet und musste danach zum Beschleunigen viel Kraft investieren", so der St. Galler Rheintaler nach dem Vorlauf. Im Final schliesslich wollte Lütolf die angestrebte Steigerung nicht gelingen, im Gegenteil: Der Ostschweizer musste sich sogar überraschend dem aufstrebenden Genfer Damien Courtois (18) geschlagen geben.


16.05.2006 Titelkämpfe mit Trials-Charakter

Die Schweizer Spitzenschwimmer befinden sich im Genfer Hallenbad Les Vernets vom Donnerstag bis Sonntag auf Limitenjagd für die EM in Ungarn (26. Juli - 6. August). Wer in zwei Jahren an Olympia dabei sein will, für den ist die Qualifikation für Budapest beinahe Pflicht.

Wie schon im letzten Jahr in Zürich-Oerlikon haben die Schweizer Meisterschaften Trials-Charakter. Das heisst, dass in Genf (fast) zwingend reüssieren muss, wer im Sommer an internationalen Titelkämpfen (EM Budapest oder Junioren-EM in Palma de Mallorca) teilnehmen will. Zwar können sich Schwimmer, die an den SM "scheitern", in zwei Wochen in Barcelona noch für freie EM-Plätze qualifizieren, doch das mehrstufige und -monatige Selektionsprozedere früherer Jahre gehört definitiv der Vergangenheit an.

Für Budapest rechnet der Verband mit einem kompetitiven Kader von acht bis zehn Athleten, obwohl er die Limiten etwas moderater formuliert hat als vor den letztjährigen WM. Die EM-Teilnehmer bilden dann das Basisteam im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking. In der ungarischen Hauptstadt besteht zudem bereits auch die Möglichkeit, sich die Teilnahme an den WM 2007 in Melbourne (18. März - 1. April) zu sichern.

Die Limiten für die EM in Budapest zu unterbieten, wird in erster Linie Karel Novy, Flori Lang, Remo Lütolf (alle SC Uster-Wallisellen), Jonathan Massacand (Limmat Sharks) und Dimitri Waeber (Genf Natation) sowie dem Frauen-Trio Flavia Rigamonti (Team Atlantide-Locarno), Carla Stampfli (SC Solothurn) und Swann Oberson (NS Genf) zugetraut. Rigamonti, die aus Dallas anreist, versucht sich in Genf nicht nur über 400 und 800 m Crawl, sondern auch über 200 m. Um ihre Grundschnelligkeit zu erhöhen, muss die Tessinerin unbedingt auch über die kürzeren Distanzen vermehrt den Wettkampf suchen.

Sehr gute Chancen werden auch Damien Courtois (Lancy-Natation) und der Brustspezialistin Patrizia Humplik (SK Bern) eingeräumt, die sich beide noch im Juniorenalter befinden. Der 18-jährige Genfer hat im Januar an den internationalen Meisterschaften in Genf über 50 m Delfin die Limitenzeit überraschend schon einmal unterboten. Die 16-jährige Bernerin, seit drei Wochen Schweizer Rekordhalterin über 100 m Brust, würde bei einer EM-Qualifikation höchstwahrscheinlich auf den Start verzichten und statt dessen Anfang Juli wohl an den Junioren-EM in Spanien sowie Ende August an den erstmals stattfindenden Junioren-WM in Rio de Janeiro teilnehmen.

Dispensiert von den nationalen Titelkämpfen ist einzig Dominik Meichtry. Der St. Galler hat an der Universität Berkeley, Kalifornien, Prüfungen zu absolvieren und kann in Genf nicht antreten. Meichtry hat sich dank einer Ausnahmegenehmigung schon Anfang April im Rahmen der amerikanischen Meisterschaften in Federal Way, Washington, über 100 und 200 m Crawl die EM-Teilnahme gesichert.

Genf. Schweizer Meisterschaften. 50-m-Becken. Programm (Finals). Donnerstag, 18. Mai (ab 17 Uhr): 400 m Crawl, 50 m Delfin, 100 m Rücken, 200 m Brust, 4x200 m Crawl. -- Freitag, 19. Mai (17 Uhr): 200 m Crawl, 50 m Rücken, 100 m Brust, 200 m Delfin, 4x100 m Crawl. -- Samstag, 20. Mai (17 Uhr): 400 m Lagen, 50 m Brust, 1500 m Crawl (nur Männer), 100 m Crawl, 200 m Rücken, 800 m Crawl (nur Frauen). -- Sonntag, 21. Mai (16 Uhr): 200 m Lagen, 100 m Delfin, 50 m Crawl, 4x100 m Lagen. -- Total 416 gemeldete Schwimmer in 32 Einzel- und 6 Staffelrennen.


18.02.2006 Happy Birthday

Remo feiert heute seinen 26. Geburtstag.


28.01.2006 Remo Lütolf startet nicht am IMU

Der Schweizer Rekordhalter und Olympiafinalist Remo Lütolf musste wegen einer Grippe auf einen Start bei seinem Heimmeeting - dem Internationalen Meeting Uster IMU - verzichten.


26.01.2006 Internationales Meeting in Uster

Wie schon im Vorjahr ist der Ukrainer Oleg Lisogor (27) das Aushängeschild am internationalen Kurzbahn-Meeting in Uster. Der Brust-Spezialist schwamm vor Wochenfrist am Kurzbahn-Weltcup in Berlin über 50 m Welt- und über 100 m Europarekord.

Neben Oleg Lisogor nehmen im Hallenbad Buchholz zahlreiche weitere internationale Medaillengewinner sowie ein Grossteil der nationalen Schwimmelite teil. Insgesamt werden in Uster rund 220 Schwimmer aus 11 Nationen erwartet.

In Berlin durchmass Oleg Lisogor am Samstag die 50 m Brust in 26,17, womit er seine eigene Bestleistung um drei Hundertstel verbesserte. Einen Tag später doppelte der mehrfache Welt- und Europameister (auf der Lang- wie Kurzbahn) über 100 m mit Europarekord (57,67) nach. Im Zürcher Oberland dürften die europäischen Top-Brustschwimmer Jens Kruppa (De) und Alexander Dale Oen (No) sowie der Einheimische Remo Lütolf ohne Siegchance bleiben. Es stellt sich wohl eher die Frage, ob der Ukrainer die Ustermer anlässlich der 15. Austragung mit dem ersten internationalen Rekord beglückt.

Auf den Crawl-Strecken kommt es zum bereits traditionellen Kräftemessen zwischen Karel Novy, der zuletzt im Weltcup in Stockholm und Berlin starke Auftritte zeigte, und dem Holländer Mark Veens, Kurzbahn-Weltrekordhalter mit der 4x50-m-Staffel. Dem Russen Jewgeni Lagunow, Kurzbahn-EM-Dritter über 100 m, kommt die Rolle des Spielverderbers zu.

Bekannteste Teilnehmerinnen sind die deutschen Crawlerinnen Petra Dallmann und Annika Liebs sowie die Brust-Spezialistin Simone Weiler.

Uster. Internationales Meeting. Programm. Samstag, 28. Januar: Vorläufe ab 9.30 Uhr, Finals ab 17.30 Uhr (400 m Crawl, 200 m Lagen, 100 m Brust, 200 m Delfin, 200 m Rücken, 100 m Crawl). -- Sonntag, 29. Januar: Vorläufe ab 9.00 Uhr, Finals ab 15.00 Uhr (200 m Crawl, 400 m Lagen, 200 m Brust, 100 m Delfin, 100 m Rücken, 50 m Crawl, 4x50 m Lagen mixed).



News Archiv 2005

News Archiv 2004

News Archiv 2003

News Archiv 2002

News Archiv 2001

News Archiv 2000


Prepared by MAGICPBK