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+++ News +++ News +++
| 08.10.2006 |
Liebe .......
Ich habe vor gut zwei Wochen meinen Rücktritt vom
Wettkampfsport gegeben. Vielleicht sind einige überrascht über diese
Entscheidung, weil ich im Vorfeld kaum Andeutungen in diese Richtung gemacht
habe. Das war ganz bewusst. Denn ich wollte diese Entscheidung für mich ganz
alleine fällen und von niemandem, weder in die eine noch in die andere
Richtung, beeinflusst werden. Ich habe es mir nicht einfach gemacht, denn
dafür hat mir das Schwimmen in den letzten Jahren zuviel gegeben, als dass
ich meine Karriere jetzt vorschnell und unüberlegt beenden könnte. Bereits
seit etwa ein, zwei Jahren ist diese Entscheidung herangereift.
Nach den olympischen Spielen 2004 in
Athen verschob ich meine Prioritäten in Richtung Studium. Ich trainierte nur
noch fünf bis sechs mal die Woche und merkte, wie meine Konkurrenzfähigkeit
langsam aber stetig zurückging. Ich bin stets ins Becken gesprungen um zu
gewinnen. Mit meinem reduzierten Trainingspensum wurde das aber immer
schwieriger und mir war klar, dass ich schon sehr bald nur noch an
internationalen Meisterschaften schwimmen kann um dabei zu sein und eben
nicht mehr um zu gewinnen. Und das ist mir ganz einfach zu wenig. Dafür
reicht meine Motivation nicht mehr aus.
Ich bin mir sehr sicher, dass ich
die für mich richtige Entscheidung getroffen habe, auch wenn Abschiede
natürlich immer auch ein wenig traurig sind. Ich bin sehr dankbar für Alles
was ich in den letzten 17 Jahren durch das Schwimmen erleben durfte. Es
waren sehr viele schöne Momente, aber auch viele schwierige oder schlechte.
Trotzdem möchte ich keinen einzigen missen. Ich habe immer versucht, aus den
Erfahrungen die ich im Schwimmen gemacht habe zu lernen, daran zu wachsen
und hoffe, dass ich davon auch in Zukunft profitieren kann.
An dieser Stelle möchte ich aber vor
allem allen Menschen danken, die mich während dieser 17 Jahren in
irgendeiner Form unterstützt oder begleitet haben. In erster Linie natürlich
meinen Eltern, ohne die ich nie so weit gekommen wäre! Aber auch meinen
beiden Clubs, Widnau und Uster-Wallisellen, verdanke ich viel. Aber was wäre
ein Athlet ohne Trainer? Nicht viel. Vielen Dank Gerard und Stefan! Ein
Dankeschön haben aber auch all meine Trainingsgschpänli verdient, die sich
in einigen Trainings mein Gejammer anhören mussten.
Es gibt noch viele andere, die mir
auf meinem Weg zur Seite standen, mir halfen oder mich begleiteten. Jene die
ich meine werden es bestimmt wissen, vielen Dank auch an Euch!
Jetzt bin
ich bereit für einen neuen Lebensabschnitt. Ich bin gespannt, was die
Zukunft für mich bereit hält, und wenn meine nächsten 17 Jahre nur ähnlich
erfolgreich werden wie die letzten, dann bin ich schon sehr zufrieden!
Remo Lütolf |
| 25.09.2006 |
Remo Lütolf tritt zurück
(Si) Mit Remo Lütolf hat ein Aushängeschild des Schweizer Schwimmsports
seinen Rücktritt erklärt. Der 26-jährige St. Galler Rheintaler ist nicht
mehr motiviert genug, den grossen Aufwand eines Spitzensportlers auf sich zu
nehmen.
Bereits an den Europameisterschaften Anfang August in Budapest, als
Lütolf über 50 m Brust als 17. bereits in den Vorläufen ausgeschieden war,
deutete er ein mögliches Karriereende an. Mit dem frühzeitigen Scheitern hat
der Rücktritt allerdings nichts zu tun, er ist reiflich gewachsen. "Ich habe
es mir nicht einfach gemacht", erklärte der Brustspezialist. Dadurch sei er
sich nun aber sehr sicher, dass es für ihn der richtige Entscheid sei.
Lütolf hatte bereits vor zwei Jahren seine Prioriäten in Richtung Studium
verlegt, welches er im nächsten Sommer abschliessen wird -- er studiert an
der Fachhochschule Winterthur Journalismus und Organisationskommunikation.
"Daneben bin ich so gut als möglich geschwommen", sagte Lütolf. Nun habe er
realisiert, dass er mit dem reduzierten Training seinen Ansprüchen nicht
mehr gerecht werden könne. "Ich schwimme, um zu gewinnen, und das kann ich
nicht mehr. Nur zum Mitmachen reicht die Motivation nicht aus."
Insbesondere über 100 m Brust konnte Lütolf zuletzt seine Leistung nicht
mehr abrufen. 50 m ist an den Olympischen Spielen 2008 in Peking allerdings
nicht im Programm, so dass eine dritte Teilnahme nur mit einem Effort zu
realisieren gewesen wäre. "Ich hätte meine Prioritäten wieder verschieben
müssen, und das wollte ich nicht", so der Athlet des SC Uster-Wallisellen.
Die Langbahn-WM im kommenden März in Melbourne dagegen wäre er gerne noch
geschwommen. Allerdings hätte er mit einer Teilnahme vier von 16 Wochen des
letzten Semesters verpasst und somit das Studium gefährdet.
Mit ein Grund für den Rücktritt ist auch eine gewisse Sättigung. Lütolf
nahm bei der Elite an 7 Welt- und 15 Europameisterschaften (Kurz- und
Langbahn) teil. Er ist einer der erfolgreichsten Schweizer Schwimmer.
International sorgte er erstmals 1996 für Furore, als er an den Junioren-EM
in Kopenhagen über 100 m Brust Gold gewann. Auch bei den Erwachsenen stand
er einmal auf dem WM- (Dritter) und dreimal auf dem EM-Podest (einmal
Zweiter und zweimal Dritter), wobei mit Ausnahme der EM in Helsinki im Jahr
2000 (Bronze) jeweils im 25-m-Becken. Als grössten Erfolg bezeichnete er
allerdings den 8. Rang über 100 m Brust an den Olympischen Spielen in
Sydney.
Auf nationaler Ebene sicherte sich Lütolf im Einzel 25 Titel, den ersten
1995 im Alter von 15 Jahren. Er ist zudem sowohl auf der Lang- als auch auf
der Kurzbahn Schweizer Rekordhalter über 50 und 100 m Brust.
Lütolf betonte zwar, dass man nie nie sagen soll, er beabsichtigt jedoch
auch national keine Wettkämpfe mehr zu bestreiten. Wenn er etwas mache, dann
richtig, begründete Lütolf. Ein- bis zweimal pro Woche will er aber noch ins
Wasser steigen. Es gelte, sich nun daran zu gewöhnen, nicht mehr ins
Training zu müssen. Beruflich weiss er noch nicht, wie es nach dem Studium
weitergeht. Nach Möglichkeit will er im Bereich Kommunikation arbeiten. |
| 06.08.2006 |
Dürftige Schweizer Bilanz --
Verband mit interessantem Projekt (Si) Auch am Wochenende gelang an
den Langbahn-EM in Budapest keinem Schweizer ein Exploit. Für Karel Novy (50
m Crawl), Flavia Rigamonti (400 m Crawl) und Stephan Bachmann (400 m Lagen)
bedeuteten allesamt die Vorläufe Endstation.
Die Bilanz der neunköpfigen Schweizer Delegation fällt mit einem Final (Rigamonti),
vier Halbfinals (zweimal Dominik Meichtry, Flori Lang, Novy) und einem
nationalen Rekord durch die 4x100-m-Crawlstaffel mehr als dürftig aus.
Besonders bedenklich ist allerdings, dass mit Ausnahme von EM-Neuling
Alessandro Gaffuri, der nur in der Staffel zum Einsatz kam, alle das Ziel
des Verbandes verpassten, nämlich die persönliche Bestzeit zu verbessern.
Die meisten blieben sogar klar darüber.
Immerhin wuchs die Delegation für die Weltmeisterschaften im kommenden
März in Melbourne auf sieben Athleten an; bislang war einzig Damien Courtois
(50 Delfin) qualifiziert gewesen. Das Ticket lösten Rigamonti (400, 800 m
Crawl), Novy (100 m Crawl), Meichtry (100, 200 m Crawl), Lang (50 m Rücken)
und Remo Lütolf (50 m Brust). Zudem schaffte auch eine 4x100-m-Crawlstaffel
den Sprung nach Australien, sodass zu den genannten noch einer dazu kommt --
nach derzeitigem Stand Gaffuri.
"Die Leistungen waren zwischen stabil und schlecht", nahm Trainer Gerard
Moerland gegenüber seinen Schützlingen vom SC Uster-Wallisellen kein Blatt
vor den Mund. Ausser Rigamonti gebe es niemanden in der Schweiz, der mit
einer durchschnittlichen Leistung etwas erreichen könne. Dies ist in der Tat
so: Nur schon um eine Runde weiterzukommen, müssen die Schweizer zumindest
nahe an ihr Optimum schwimmen.
National Spass, international Druck
Der zweite Trainer Guennadi Touretski, der die übrigen Athleten betreute,
brachte eine andere Problematik auf den Punkt. National hätten sie Spass,
weil sie jemand seien. International dagegen würden sie Druck verspüren,
sagte der ehemalige Trainer des russischen Zaren Alexander Popow. Es sei
nicht einfach, wenn ein Schweizer Meister nicht in die Halbfinals komme.
Gerade bei den EM-Neulingen Dimitri Waeber und Stephan Bachmann (bislang
nur in der Staffel dabei) war dies zu beobachten, die mit der neuen
Situation (vorerst) nicht zu recht kamen. Eine weitere Tatsache ist, dass
die Schweizer gegenüber den internationalen Topnationen schlichtweg weniger
trainieren, und zwar deutlich. Überdies fehlt es zum Teil auch an der für
Spitzensport nötigen Einstellung; ein hier zu Lande bekanntes Phänomen.
Es wäre nun allerdings falsch, alles schwarz zu sehen. Rigamontis
Leistung über 800 m Crawl beispielsweise geht absolut in Ordnung. Während
andere in dieser Disziplin gehen und kommen, gehört die in Dallas
studierende Tessinerin seit zehn Jahren zur absoluten Spitze. Auch der 9.
Rang von Lang über 50 m Rücken war gut -- er verpasste den Final lediglich
um drei Hundertstel. Und in der Königsdisziplin 100 m Crawl standen mit Novy
und Meichtry zwei Schweizer in den Halbfinals.
Insgesamt war es allerdings deutlich zu wenig, da lässt sich nicht
wegdiskutieren. Beunruhigend ist zudem, dass die "relevanten" Bestzeiten der
arriviertesten Schweizer wie Rigamonti, Novy und Lütolf praktisch durchwegs
aus dem Olympiajahr 2000 stammen. "Auch wenn wir mehr erwartet haben, werden
wir alles unternehmen, um unseren Weg weiterzugehen", sagte
Leistungssportchef Pierre-André Weber.
Der Verband investiert einiges, um die Zukunft rosiger zu gestalten. So
sollen bis zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking sechs
Höhentrainingslager à je drei Wochen durchgeführt werden -- wobei jedes
Lager je zur Hälfte in Davos und Fontromeu, einem Ort in den französischen
Pyrenäen, über die Bühne gehen soll. Letzte Details sind in Abklärungen; das
erste ist für Oktober vorgesehen. Ein wichtiges Ziel dieses Projekts ist
auch, dass verschiedene Vereinstrainer in den Lagern zusammenarbeiten und so
gegenseitig voneinander profitieren. |
| 04.08.2006 |
Lütolf fehlte ein Hundertstel
zum Halbfinal (Si) Sowohl Remo Lütolf (50 m Brust) als auch Carla
Stampfli (50 m Rücken) schieden an den Langbahn-EM in Budapest in den
Vorläufen aus. Der St. Galler Rheintaler sicherte sich immerhin das
WM-Ticket für Melbourne 2007.
Lütolfs Ausscheiden war einfach nur Pech: Der EM-Dritte von 2000
verpasste die Halbfinals als 17. um ein Hundertstel. Dabei war seine
Leistung von 28,37 Sekunden für den Morgen gar nicht einmal schlecht. "19
von 20 Mal reicht diese Zeit zum Weiterkommen, heute war wohl das 20. Mal",
sagte Lütolf. Er hätte nach seinem Rennen schon eine 20er-Note darauf
gewettet, dass er die nächste Runde erreichen würde. Sogar an einer WM
genüge diese Zeit normalerweise.
Der 26-jährige Lütolf scheiterte bei seiner fünften EM-Teilnahme auf
dieser Strecke im 50-m-Becken zum ersten Mal in den Vorläufen. "Ich bin
sicher nicht ganz so aggressiv wie in einem perfekten Rennen geschwommen.
Und die ersten zwei Beinschläge waren nicht sauber", erklärte der Athlet des
SC Uster-Wallisellen. Er sei sich aber keiner grossen Fehler bewusst.
Deshalb will er den Kopf auch nicht in den Sand stecken. Er weiss, dass sich
die Situation in dieser Disziplin schnell wieder ändern kann.
Gut erholt
Lütolf suchte denn auch nicht nach Ausreden, obwohl seine Vorbereitung
sicher nicht ideal war. Zwei Wochen vor seinem EM-Start absolvierte er noch
letzte Semesterprüfungen an der Fachhochschule Winterthur, wo er
Journalismus und Kommunikation studiert. Diese dauerten eine ganze Woche.
"Ich konnte mich sehr gut erholen", sagte Lütolf in Budapest. Er sei ein-
bis zweimal pro Tag schwimmen gegangen, ansonsten habe er sich im
Hotelzimmer ausgeruht. Es habe ihn selber erstaunt, dass es ihm nicht
langweilig geworden sei, erzählte er mit einem Lächeln. "Beim Einschwimmen
fühlte ich mich super. Deshalb dachte ich, dass es gut kommt." Es sollte
scheinbar einfach nicht sein.
Die WM-Limite unterbot Lütolf um 42 Hundertstel. Er ist der siebente
Schweizer, der für Australien qualifiziert ist. Allerdings ist er noch nicht
ganz sicher, ob er im kommenden März starten wird. Er muss zuerst abklären,
wie sich eine Teilnahme mit dem Studium vereinbaren lässt. "Zuerst werde ich
einmal eine Trainingspause einlegen", so Lütolf.
Auch für Carla Stampfli, die zuletzt wegen Schulterproblemen nicht wie
gewünscht trainieren konnte, sind die Europameisterschaften zu Ende. Wie
bereits über 50 m Delfin war die in Mailand studierende Solothurnerin auch
über 50 m Rücken chancenlos. Mit 30,24 Sekunden klassierte sie sich im 22.
Schlussrang. Um den Sprung unter die besten 16 zu schaffen, hätte sie ihre
Bestzeit von 29,98 um neun Hundertstel unterbieten müssen. "Beim
Hineinspringen ins Wasser und kurz nach dem Anschlag hatte ich ein komisches
Gefühl in der Schulter. Während dem Rennen zum Glück nicht", sagte Stampfli. |
| 27.07.2006 |
Kleine, aber feine EM-Delegation
(Si) Mit einer gegenüber 2004 halb so grossen Delegation von neun Athleten
nimmt der Schweizer Verband am Montag die Europameisterschaften im
50-m-Becken in Budapest in Angriff. Die Aussichten sind dennoch besser als
vor zwei Jahren.
Kein nationaler Rekord und nur gerade drei Finalplätze -- das war die
dürfige Bilanz des Schweizer Teams vor zwei Jahren in Madrid. Damals
genossen allerdings ganz klar die Olympischen Spiele in Athen Priorität.
Heuer sind die Europameisterschaften im erneuerten "Alfred Hajos Swimming
Complex" auf der Margareteninsel der Saisonhöhepunkt. Zudem geht es für die
Schweizer bereits um die Qualifikation für die WM 2007 in Melbourne (18.
März bis 1. April). Als Zielsetzung gab der Verband heraus, dass die
Athleten ihre Bestzeit unterbieten.
Die grössten Schweizer Hoffnungen ruhen einmal mehr auf der in Dallas
studierenden Flavia Rigamonti. Die 25-jährige Tessinerin strebt über 800 m
Crawl die zweite EM-Medaille auf der Langbahn an, nachdem sie vor sechs
Jahren in Helsinki den Titel gewonnen hatte. Gold dürfte allerdings für die
derzeit überragende Französin Laure Manaudou reserviert sein, dahinter ist
für "Flav" alles möglich.
Im Jahres-Ranking liegt Rigamonti mit einer Zeit von 8:38,88 -- ihre
Bestmarke aus dem Jahr 2000 steht bei 8:25,91 -- auf Rang 17, wobei sechs
Europäerinnen (je drei Britinnen und Französinnen) vor ihr klassiert sind.
Auf die Ziele angesprochen, gibt sich die zweifache WM-Zweite über 1500 m
Crawl (2001 und 2005) gewohnt bedeckt: "Es war eine durchschnittliche
Saison, und ich will sie etwas besser beenden." Rigamonti bereitet sich seit
dem 11. Juli mit ihrem Trainer Steve Collins und weiteren Schwimmerinnen in
einem Trainingscamp in Slowenien intensiv auf die EM vor.
Der Nationalmannschafts-Captain Karel Novy bestreitet in der ungarischen
Hauptstadt seinen ersten "grossen" Wettkampf als Profisportler; seit März
wird er vom Verband im Rahmen eines Athleten-Förderungsprojekts unterstützt.
Dadurch musste er neben dem Chemie-Studium, das er in der vergangenen Woche
mit Ausnahme einer dreimonatigen Diplomarbeit abgeschlossen hat, nicht mehr
arbeiten. "Das macht psychologisch extrem viel aus", sagte der 26-jährige
Romand. Er habe nun viel mehr Zeit für die Erholung, fühle sich frei.
Novy, der 2004 den 5. EM-Rang belegte, will in Budapest in der
Königsdisziplin über 100 m Crawl erneut in den Final vorstossen und damit
dem Verband etwas zurückzahlen. "Offiziell gibt es keine Erwartungen an mich
für die EM, denn der entwickelte Leistungsplan gilt erst für die WM 2007",
erklärte Novy. Er spüre jedoch schon die Verantwortung, die er nun habe.
Sein Fahrplan stimmt jedenfalls: An den nationalen Meisterschaften Mitte Mai
in Genf schwamm er die 100 m in 49,87, womit er erstmals seit 2000 in der
Schweiz in einem 50-m-Becken unter 50 Sekunden blieb.
Auch Dominik Meichtry gehört insbesondere über 200 m Crawl zu den
Anwärtern auf eine Spitzenklassierung. Der in St. Gallen geborene
21-Jährige, der noch nie in der Schweiz wohnte und derzeit an der
Universität in Berkeley, Kalifornien, studiert, hat an den Olympischen
Spielen in Athen im starken 200er-Feld den ausgezeichneten 14. Rang
erreicht.
Die kontinentalen Titelkämpfe bezeichnet er allerdings ganz klar als
Zwischenstation für Peking 2008. "Budapest ist nicht wahnsinnig wichtig", so
Meichtry. Er arbeitet in Berkeley immer noch an der Technik. Die
vorgenommenen Anpassungen will er an der EM umsetzen, "dann ist der
Wettkampf gelungen." Als realistisch im 200-m-Rennen stuft er die Halbfinals
der besten 16 ein. Meichtry hat sich seit Anfang Juni mit einem kleinen Team
von der Universität während sechs Wochen in Kroatien vorbereitet. Er
bestritt dabei sehr viele Wettkämpfe. Er sei sehr konstant geschwommen, das
gebe ihm Zuversicht. In der vergangenen Woche stiess er dann zum Schweizer
Team, das sich in Tenero den letzten Schliff holte.
Mit Brust-Spezialist Remo Lütolf ist ebenfalls zu rechnen, obwohl er seit
zwei Jahren nur noch reduziert trainiert. Allerdings gehört über 50 m auch
etwas Glück dazu. Der 26-jährige St. Galler Rheintaler schaffte an den
Langbahn-EM auf der Sprintstrecke schon dreimal den Einzug in den Final; vor
sechs Jahren gewann er Bronze, 2004 verpasste er die Medaille als Vierter um
zwölf Hundertstel. Mit dem Training ist Lütolf zufrieden, weil er jedoch in
der letzten Woche Semesterprüfungen absolvieren musste, fühlte er sich
danach etwas leer. Bis zu seinem Start am kommenden Freitag ist darum die
Erholung ein zentraler Aspekt. Zudem muss er noch an der Spritzigkeit und
dem Beingefühl arbeiten.
Ihr Debüt an Elite-EM geben Alessandro Gaffuri, der nur in der mit
grossen Ambitionen an den Start gehenden 4x100-m-Staffel zum Zug kommt, und
Dimitri Waeber (200 m Brust). Die Schweizer Schwimmer dürfen nur in
denjenigen Disziplinen teilnehmen, in denen sie die EM-Limite unterboten
haben. "Hundertprozentige Fokussierung auf den Haupteinsatz", lautet die
Maxime des Verbandes. |
| 21.05.2006 |
Neuner-Delegation für EM in
Budapest (Si) Nach den Schweizer Meisterschaften in Genf sind zwei
Frauen und sieben Männer für die EM in Budapest (31. Juli - 6. August)
qualifiziert. Am Sonntag sorgte der Zürcher Stephan Bachmann über 200 m
Lagen für den einzigen Landesrekord im Hallenbad "Les Vernets".
Nebst den arrivierten Schwimmern Flavia Rigamonti, Karel Novy, Dominik
Meichtry, Remo Lütolf, Flori Lang und Carla Stampfli hat ein Trio das erste
Mal ein Ticket für einen internationalen Grossanlass im 50-m-Becken gelöst:
Dimitri Waeber (über 200 m Brust), Stephan Bachmann (über 200 und 400 m
Lagen) sowie Crawlsprinter Alessandro Gaffuri.
Letzterer hat als einziger der bisher neun Selektionierten keine
Einzellimite erfüllt, er wird aber als viertes Mitglied der
4x100-m-Crawlstaffel (mit Novy, Meichtry, Lang) mitgenommen. Bis am 4. Juni,
wenn die zweite Qualifikationsphase endet, könnte die Neuner-Delegation von
Swiss Swimming noch Zuwachs erhalten.
Überraschungsmann Bachmann
Erfolgreichste Athletin an den vier Wettkampftagen in Genf war Carla
Stampfli, die seit zwei Jahren in Mailand trainiert und lebt. Die 22-jährige
Solothurnerin sicherte sich viermal SM-Gold (50, 100 m Rücken und Delfin).
Je drei Einzeltitel holten sich Flavia Rigamonti, Karel Novy sowie der
aufstrebende Aargauer David Karasek. Flori Lang sicherte sich dank den 25,91
im Final über 50 m Rücken die 1500 Franken Preisgeld für die beste Leistung
der Titelkämpfe.
Für die grösste Überraschung in Genf war Stephan Bachmann besorgt. Am
Samstag unterbot der 22-jährige Zürcher in 4:27,48 die EM-Limite über 400 m
Lagen um elf Hundertstel, tags darauf gelang ihm über die halbe Strecke
gleich ein zweiter Exploit. In 2:04,21 sicherte sich Bachmann nicht nur eine
zweite Startgelegenheit für Budapest, sondern er verbesserte auch gleich den
letztjährigen Schweizer Rekord von Jonathan Massacand um 0,49 Sekunden.
Rigamonti und Novy problemlos
Flavia Rigamonti hatte am Donnerstag über 400 m Crawl überraschend die
EM-Limite verpasst (Jetlag). Zwei Tage später auf ihrer Paradestrecke 800 m
war die 24-jährige Tessinerin nie gefährdet, dass ihr gleiches widerfahren
sollte. Die Zeit von 8:38,88, 13 Sekunden über ihrem Landesrekord, war
allerdings durchschnittlich. Doch Flavia Rigamonti war dennoch zufrieden:
"Ich habe mich von Anfang an gut gefühlt, nicht so wie über 400 m. Über
diese Distanz werde ich nun in zwei Wochen an einem Meeting in Dallas
nochmals versuchen, mich zu qualifizieren."
Ebenso problemlos schaffte Karel Novy die EM-Teilnahme. Seine Zeit von
49,87 über 100 m Crawl war eines der wenigen Glanzlichter in Genf. "Ich bin
über meine so gute Zeit sehr überrascht. Nachdem ich am Donnerstag über 50
Meter Delfin die Limite knapp verpasst hatte, war ich vor dem Start doch
recht nervös", sagte Novy, der seinen bereits sechsjährigen Landesrekord um
weniger als drei Zehntel verpasste. Mit 50,02 im Final sowie der zweiten
Limite über 50 m Crawl lieferte der 25-jährige Waadtländer gleich weitere
Bestätigungen seiner guten Form ab.
Novy ist seit gut einem Monat vom Schweizer Schwimmverband, dem Swiss
Swimming unterstellt ist, in ein Pilotprojekt eingebunden. Er hat mit dem
Verband einen Vertrag, der ihm bis Olympia 2008 in Peking genügend Geld
garantiert, um sich nach Abschluss seines Chemiestudiums im Dezember
ausschliesslich auf den Sport konzentrieren zu können.
Bei Novy scheint sich diese Unterstützung nun schon kurzfristig
auszuzahlen. Nach zwei Saisons, in welchen sich seine Motivation nicht auf
dem Top-Level befand, schwamm der Westschweizer an den SM in Genf wieder
nahe in den Bereich seiner persönlichen Bestzeiten: "Ich schätze die
Anerkennung und auch die zusätzliche Verantwortung, die sich durch den
Vertrag mit dem Verband ergibt." Mit dem talentierten Crawlsprinter, der vor
zwei Jahren in Madrid als EM-Fünfter über 100 m Bronze nur um einen Zehntel
verpasst hatte, wird schon in Budapest wieder zu rechnen sein. |
| 20.05.2006 |
Auch Rigamonti, Bachmann, Lütolf
und Novy an die EM (Si) Mit Flavia Rigamonti (über 800 m Crawl),
Stephan Bachmann (400 m Lagen), Remo Lütolf (50 m Brust) und Karel Novy (100
m Crawl) wuchs die Delegation von Swiss Swimming für die Langbahn-EM in
Budapest (31. Juli - 6. August) auf acht Athleten an.
Karel Novys Zeit von 49,87 über 100 m Crawl war die bisher klar stärkste
Leistung der Titelkämpfe in Genf. Der Waadtländer unterbot am dritten SM-Tag
die EM-Limite gleich um mehr als eine Sekunde. "Ich bin über meine so gute
Zeit sehr überrascht. Nachdem ich am Donnerstag über 50 Meter Delfin die
Limite verpasst hatte, war ich heute vor dem Rennen doch recht nervös",
sagte Novy nach dem Vorlauf. Seinen bereits sechsjährigen Landesrekord
verpasste er um weniger als drei Zehntel. Mit 50,02 im Final bestätigte Novy
auch am Abend, dass er sich für Budapest auf einem guten Weg befindet.
Flavia Rigamonti hatte am Donnerstag über 400 m Crawl überraschend die
EM-Limite verpasst. Zwei Tage später auf ihrer Paradestrecke 800 m war die
24-jährige Tessinerin nie gefährdet, dass ihr gleiches widerfahren sollte.
Die Zeit von 8:38,88, gleich 13 Sekunden über ihrem Landesrekord, war
allerdings durchschnittlich. Doch Flavia Rigamonti war dennoch zufrieden:
"Ich habe mich von Anfang an gut gefühlt, nicht so wie über 400 m. Über
diese Distanz werde ich in zwei Wochen an einem Meeting in Dallas nochmals
versuchen, mich zu qualifizieren."
Die Überraschung des Tages gelang Stephan Bachmann, der über 400 m Lagen
in 4:27,48 elf Hundertstel schneller war als für die EM gefordert. Er selber
habe zwar auf einen Exploit gehofft, aber nicht unbedingt daran geglaubt, so
der 22-jährige Zürcher. "Ich habe schon viele Male versucht, die
Einzellimite für einen Grossanlass zu erbringen. Gelungen ist es mir aber
noch nie." An den EM 2004 in Madrid war Bachmann zwar mit von der Partie,
aber nur als Staffelschwimmer über 4x200 m.
Remo Lütolf (26) blieb am Morgen in 28,80 um knapp zwei Zehntel unter dem
für Budapest geforderten Richtwert. "Es war kein gutes Rennen. Ich bin
schlecht gestartet und musste danach zum Beschleunigen viel Kraft
investieren", so der St. Galler Rheintaler nach dem Vorlauf. Im Final
schliesslich wollte Lütolf die angestrebte Steigerung nicht gelingen, im
Gegenteil: Der Ostschweizer musste sich sogar überraschend dem aufstrebenden
Genfer Damien Courtois (18) geschlagen geben. |
| 16.05.2006 |
Titelkämpfe mit Trials-Charakter
Die Schweizer Spitzenschwimmer befinden sich im Genfer Hallenbad Les Vernets
vom Donnerstag bis Sonntag auf Limitenjagd für die EM in Ungarn (26. Juli -
6. August). Wer in zwei Jahren an Olympia dabei sein will, für den ist die
Qualifikation für Budapest beinahe Pflicht.
Wie schon im letzten Jahr in Zürich-Oerlikon haben die Schweizer
Meisterschaften Trials-Charakter. Das heisst, dass in Genf (fast) zwingend
reüssieren muss, wer im Sommer an internationalen Titelkämpfen (EM Budapest
oder Junioren-EM in Palma de Mallorca) teilnehmen will. Zwar können sich
Schwimmer, die an den SM "scheitern", in zwei Wochen in Barcelona noch für
freie EM-Plätze qualifizieren, doch das mehrstufige und -monatige
Selektionsprozedere früherer Jahre gehört definitiv der Vergangenheit an.
Für Budapest rechnet der Verband mit einem kompetitiven Kader von acht
bis zehn Athleten, obwohl er die Limiten etwas moderater formuliert hat als
vor den letztjährigen WM. Die EM-Teilnehmer bilden dann das Basisteam im
Hinblick auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking. In der ungarischen
Hauptstadt besteht zudem bereits auch die Möglichkeit, sich die Teilnahme an
den WM 2007 in Melbourne (18. März - 1. April) zu sichern.
Die Limiten für die EM in Budapest zu unterbieten, wird in erster Linie
Karel Novy, Flori Lang, Remo Lütolf (alle SC Uster-Wallisellen), Jonathan
Massacand (Limmat Sharks) und Dimitri Waeber (Genf Natation) sowie dem
Frauen-Trio Flavia Rigamonti (Team Atlantide-Locarno), Carla Stampfli (SC
Solothurn) und Swann Oberson (NS Genf) zugetraut. Rigamonti, die aus Dallas
anreist, versucht sich in Genf nicht nur über 400 und 800 m Crawl, sondern
auch über 200 m. Um ihre Grundschnelligkeit zu erhöhen, muss die Tessinerin
unbedingt auch über die kürzeren Distanzen vermehrt den Wettkampf suchen.
Sehr gute Chancen werden auch Damien Courtois (Lancy-Natation) und der
Brustspezialistin Patrizia Humplik (SK Bern) eingeräumt, die sich beide noch
im Juniorenalter befinden. Der 18-jährige Genfer hat im Januar an den
internationalen Meisterschaften in Genf über 50 m Delfin die Limitenzeit
überraschend schon einmal unterboten. Die 16-jährige Bernerin, seit drei
Wochen Schweizer Rekordhalterin über 100 m Brust, würde bei einer
EM-Qualifikation höchstwahrscheinlich auf den Start verzichten und statt
dessen Anfang Juli wohl an den Junioren-EM in Spanien sowie Ende August an
den erstmals stattfindenden Junioren-WM in Rio de Janeiro teilnehmen.
Dispensiert von den nationalen Titelkämpfen ist einzig Dominik Meichtry.
Der St. Galler hat an der Universität Berkeley, Kalifornien, Prüfungen zu
absolvieren und kann in Genf nicht antreten. Meichtry hat sich dank einer
Ausnahmegenehmigung schon Anfang April im Rahmen der amerikanischen
Meisterschaften in Federal Way, Washington, über 100 und 200 m Crawl die
EM-Teilnahme gesichert.
Genf. Schweizer Meisterschaften. 50-m-Becken. Programm (Finals).
Donnerstag, 18. Mai (ab 17 Uhr): 400 m Crawl, 50 m Delfin, 100 m Rücken, 200
m Brust, 4x200 m Crawl. -- Freitag, 19. Mai (17 Uhr): 200 m Crawl, 50 m
Rücken, 100 m Brust, 200 m Delfin, 4x100 m Crawl. -- Samstag, 20. Mai (17
Uhr): 400 m Lagen, 50 m Brust, 1500 m Crawl (nur Männer), 100 m Crawl, 200 m
Rücken, 800 m Crawl (nur Frauen). -- Sonntag, 21. Mai (16 Uhr): 200 m Lagen,
100 m Delfin, 50 m Crawl, 4x100 m Lagen. -- Total 416 gemeldete Schwimmer in
32 Einzel- und 6 Staffelrennen. |
| 18.02.2006 |
Happy Birthday
Remo feiert heute seinen 26. Geburtstag. |
| 28.01.2006 |
Remo Lütolf startet nicht am IMU
Der Schweizer Rekordhalter und Olympiafinalist Remo Lütolf musste wegen
einer Grippe auf einen Start bei seinem Heimmeeting - dem Internationalen
Meeting Uster IMU - verzichten. |
| 26.01.2006 |
Internationales Meeting in Uster
Wie schon im Vorjahr ist der Ukrainer Oleg Lisogor (27) das Aushängeschild
am internationalen Kurzbahn-Meeting in Uster. Der Brust-Spezialist schwamm
vor Wochenfrist am Kurzbahn-Weltcup in Berlin über 50 m Welt- und über 100 m
Europarekord.
Neben Oleg Lisogor nehmen im Hallenbad Buchholz zahlreiche weitere
internationale Medaillengewinner sowie ein Grossteil der nationalen
Schwimmelite teil. Insgesamt werden in Uster rund 220 Schwimmer aus 11
Nationen erwartet.
In Berlin durchmass Oleg Lisogor am Samstag die 50 m Brust in 26,17,
womit er seine eigene Bestleistung um drei Hundertstel verbesserte. Einen
Tag später doppelte der mehrfache Welt- und Europameister (auf der Lang- wie
Kurzbahn) über 100 m mit Europarekord (57,67) nach. Im Zürcher Oberland
dürften die europäischen Top-Brustschwimmer Jens Kruppa (De) und Alexander
Dale Oen (No) sowie der Einheimische Remo Lütolf ohne Siegchance bleiben. Es
stellt sich wohl eher die Frage, ob der Ukrainer die Ustermer anlässlich der
15. Austragung mit dem ersten internationalen Rekord beglückt.
Auf den Crawl-Strecken kommt es zum bereits traditionellen Kräftemessen
zwischen Karel Novy, der zuletzt im Weltcup in Stockholm und Berlin starke
Auftritte zeigte, und dem Holländer Mark Veens, Kurzbahn-Weltrekordhalter
mit der 4x50-m-Staffel. Dem Russen Jewgeni Lagunow, Kurzbahn-EM-Dritter über
100 m, kommt die Rolle des Spielverderbers zu.
Bekannteste Teilnehmerinnen sind die deutschen Crawlerinnen Petra
Dallmann und Annika Liebs sowie die Brust-Spezialistin Simone Weiler.
Uster. Internationales Meeting. Programm. Samstag, 28. Januar: Vorläufe
ab 9.30 Uhr, Finals ab 17.30 Uhr (400 m Crawl, 200 m Lagen, 100 m Brust, 200
m Delfin, 200 m Rücken, 100 m Crawl). -- Sonntag, 29. Januar: Vorläufe ab
9.00 Uhr, Finals ab 15.00 Uhr (200 m Crawl, 400 m Lagen, 200 m Brust, 100 m
Delfin, 100 m Rücken, 50 m Crawl, 4x50 m Lagen mixed). |
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